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21.06.2022

LHStv. Schnabl: „Strompreise halbieren – das geht!“

Selbst aus ärmlichen Verhältnissen stammend kennt LHStv. Franz Schnabl von frühester Kindheit an die Herausforderungen vor denen viele Familien in Niederösterreich derzeit stehen: „Schon vor der jetzigen Inflation war mehr als jeder Vierte mit jeder zusätzlichen unerwarteten Ausgabe überfordert. Am Monatsende war kein Geld mehr übrig. Aktuell zeigen die langen Schlangen vor den Sozialmärkten ein noch tristeres Bild – immer größere Teile Österreichs drohen zu verarmen.“

 

Die Inflation ist im Mai auf fast acht Prozent gestiegen und hat ihren Höhepunkt noch längst nicht erreicht. Gutscheine und Steuererleichterungen seien gut gemeint würden aber kein Schutzschild aufbauen, dass ein reiches Land abstürzt, sondern lediglich Symptome bekämpfen, meint Schnabl, der fordert an die Wurzel des Problems zu gehen. Es sei seltsam, dass die Preise explodieren, obwohl es keinerlei Mangel gibt, meint Schnabl: „Wasser, Sonne und Wind gibt es in derselben Qualität, wie jeher, ohne jegliche Aufwandssteigerung. Spekulation und ein unsinniges Markmodel treiben die Österreicher*innen/Niederösterreicher*innen in immer höhere Preise.“

 

Ein Blick über die Grenze in die Schweiz – im Mai mit einer Inflation von 2,9 Prozent – würde eine rasche Erleichterung für die Haushalte erkennen lassen, möchte Schnabl das Problem an der Wurzel packen: „Die Schweiz schreibt ihren Energieunternehmen einen Preismix vor. In Niederösterreich arbeitet die EVN im Winter mit etwa 60 Prozent, im Sommer mit etwa 80 Prozent erneuerbaren Energieformen. Der Preis richtet sich aber derzeit am teuersten Produkt aus. Weil die EVN auch Gas nutzt, wird der Preis so richtig teuer. Und das, obwohl Wasser, Sonne oder Wind überhaupt nicht teurer geworden sind.“

 

Beim Verbund werde es erst richtig absurd. Wirbt dieser doch mit 100 Prozent Wasserkraft, verrechnet aber 100 Prozent Gas. In der Schweiz müssen die Energieerzeuger hingegen den Energiemix verrechnen, den sie anbieten. Das würde im Beispiel mit der EVN bedeuten, dass der Energieanbieter zwar die gestiegenen Kosten für den Gaseinkauf verrechnen dürfe, aber bei der Wasserkraft, Windenergie oder Photovoltaik die niedrigeren Erzeugerpreise weitergeben müssen.

 

„So soll das auch sein!“, gibt sich Schnabl abschließend kämpferisch: „Wo nichts teurer wird, kann man auch nicht mehr verlangen. Ohne jede zusätzliche Maßnahme sinkt mit dem Schweizer Modell der Energiepreis sofort um mehr als die Hälfte. Eine vernünftige Regierung darf in so einer Phase nicht mit ideologischen Scheuklappen agieren. Sie muss mit wirtschaftlicher Vernunft handeln und einen Markt, der außer Rand und Band ist, einbremsen, bevor er die Niederösterreicher*innen in die Armut stürzt.“


Die Schweiz zum Vorbild nehmen und die Inflation in Griff bekommen